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Alpine Gefahren (Wetter)

Witterungsbedingte Alpine Gefahren

Beim Trekking und Wandern in den Bergen setzt sich der Mensch vielen Gefahren aus. Ungenügende Vorbereitung und mangelnde Kenntnisse können rasch in Gefahrensituationen für Gesundheit und Leben führen. Viele Bergunfälle entstehen aber auch durch die Auswirkungen des Wetters. Wind, Stürme, Temperaturschwankungen, Niederschlag, Nebel, Gewitter, Schnee, Eis, Muren, Steinschläge, Lawinen und Nässe können den Menschen in lebensbedrohliche Situationen bringen. Im Folgenden wird näher auf die einzelnen wetterbedingten alpinen Gefahrensituationen eingegangen.

Wind und Stürme

Besonders durch Sturmböen wird die Fortbewegung stark erschwert. Besonders an exponierten Flächen besteht die Gefahr, den Halt zu verlieren. In Scharten und Sattellagen kann es zu extremen Windgeschwindigkeiten kommen. Der Körper wird dadurch (und besonders bei zusätzlichen Niederschlägen!) stark ausgekühlt. Stürme können auch zu Steinschlag und zum Umsturz von Ästen und Bäumen führen. Starker Wind trägt auch große Mengen an Lockerschnee mit sich, der in windgeschütztem Gelände zu gefährlichem Triebschnee und Lawinengefahr führt.
Der Mensch sollte sich vorbeugend warme und regenschützende Kleidung einpacken, im Falle eines Sturmes windgeschützte Bereiche aufsuchen und Wände, Steilhänge und Wälder meiden.
Im Sommer erkennt man Stürme an Gewittern und Kaltfronten, im Winter an Tiefdrucklagen und Fronten, auch bei Schönwetter und Föhn.

Temperatur

Je niedriger die Temperatur umso stärker ist die Auskühlung des Körpers, besonders bei Sturm, Niederschlag und Durchnässung der Kleidung. Erfrierungen sind bei unangebrachter Kleidung und zu niedrigen Temperaturen möglich. Daher sollte immer wärmende Kleidung eingepackt werden. Sicherheitshalber sollte entsprechende Ausrüstung gegen Vereisung mitgenommen werden. Ist ein Gelände vereist, sollte man langsam und vorsichtig gehen, wenn notwendig Stufen schlagen und sichern.
Bei rasch unter den Gefrierpunkt gesunkener Temperatur und vorangegangenem Regen kommt es zu Vereisungen. Dadurch werden einfach, felsige Abschnitte unpassierbar. Zu Vereisungen kann es auch bei schönem Wetter durch Schmelzen des Schnees in der Sonne und Wiedergefrieren in der Nacht kommen. Zudem können dauerhaft nasse Stellen bei gleichzeitig anhaltendem Frost vereisen. Vereisungen treten bei Kaltfronten im Sommer auf, bei Erfrierungen im Winter bei extrem kalter Luft mit hoher Windgeschwindigkeit.
Bei hoher Temperatur und starker Sonneneinstrahlung verliert der Mensch viel Flüssigkeit und es kann zu Kreislaufproblemen, aber auch zu Sonnenstich und Hitzschlag kommen (Viel Wasser trinken!)
Zu hoher Temperatur kommt es in Hochdruckwetterlagen im Sommer mit warmer Luft und schwachem Wind.

Niederschlag

Nässe, Vereisung und Schneebedeckung erschweren die Tour sehr. Besonders gefährlich werden Altschneefelder im Sommer in nordseitigen Steilhängen oder tiefen Rinnen.
Durch hohen Schnee und Schneefall werden das Auffinden des Weges und die Sichtweite erschwert. Lawinen können im Winter durch große Neuschneemassen und Schneeverfrachtungen auftreten. GPS-Gerät, Kompass, Höhenmesser und Karte können sehr hilfreich sein, falls die Orientierung durch hohe Schneedecken verloren geht. Bei Hagel kann mit mehreren Zentimeter großen Hagelkörnern gerechnet werden.
Durch starken Regen können sich kleine Bäche zu tosenden Wassern entwickeln und bei Hochwasser Wege versperren. Starker Niederschlag führt neben Hochwasser auch zu Steinschlägen. In diesen Fällen sollte unbedingt schützende Kleidung getragen und geschützte Gelände aufgesucht werden. Falls die Wege durch Niederschlag problematisch werden, sollte man Umwege in Kauf nehmen.

Nebel

Durch Nebel wird das Auffinden des Weges erschwert. Bei tiefen Wolken und bestimmten Lichtverhältnissen kann es zum "White-out" kommen, dabei sind Konturen der näheren Umgebung und der Horizont nicht mehr zu erkennen. Bei Bergunfällen unter diesen Bedingungen ist Hilfe aus der Luft nicht möglich, da die Unfallstelle nur schwer auffindbar sein wird. Bei fast allen Wetterlagen ist Nebel möglich, aber besonders bei niederschlagreichem Wetter. Kurzzeitig tritt Nebel bei Schauern, Gewittern und Hochdruckwetterlagen auf. Hier ist es wieder hilfreich Karte, Kompass und GPS-Gerät dabei zu haben und darauf zu achten, immer auf den Wegen zu bleiben. Wegloses Gelände erschwert die Orientierung viel deutlicher.

Gewitter

Durch starke Niederschläge besteht Gefahr ausgehend von Hochwasser, Murenabgängen, Hagel, Stürmen, Steinschlag und Blitzeinschlägen. Manche Menschen neigen dazu bei Gewittern in Panik zu geraten, was für die Gruppe problematisch sein kann. Wärmegewitter treten bei abschwächendem Hochdruck und nachlassendem Absinken in der Atmosphäre auf.
Bei Kaltfrontgewittern und "Wetterstürzen" kommt es zusätzlich zur Auskühlung des Körpers. Bei Auftreten von Nebel und Neuschnee wird die Orientierung erschwert. Auch bei sommerlichen Kaltfronten kann die Schneefallgrenze unter 2000m absinken, in Extremfällen schon bis 1200 - 1000 m. Neben den oben genannten Folgen kommt noch Vereisung der Wege hinzu. Massive Kaltfronten treten bei starkem Temperaturrückgang vor allem im Sommer auf. Exponierte und nasse, metallene Stellen sollten wegen der Blitzeinschlaggefahr gemieden werden. (Siehe auch Verhalten bei Gewittern).

Sonne

Durch starke Sonneneinstrahlung und die reflektierende Wirkung des Schnees, des Kalkgesteins und der Wolkenfläche kann es zu Sonnenbrand und Sonnenblindheit sowie zu Kreislaufproblemen, Sonnenstich und Hitzschlag kommen. Der UV-Teil der Sonnenstrahlen steigt pro 1000 m um 10-15% und die Ozonbelastung nimmt mit der Höhe ebenfalls zu. Sonnenschutzmittel (mind. Schutzfaktor 20 u. mehr) sollten immer verwendet werden sowie Sonnen- oder Gletscherbrillen und Sonnenhüte. Falls Auswirkungen auftreten sollten schattige Plätze aufgesucht und ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden. Durch dünne Wolken (Cirren) geht die Strahlung ungehindert hindurch! Im Sommer sollten Südanstiege gemieden werden oder nur am frühen Vormittag bestiegen werden. Felsige Südwände können übrigens sehr heiß werden.

Steinschlag und Muren

Steinschlag wird durch Sturm, Starkregen oder Blitzeinschläge im Zuge zunehmender Erwärmung ausgelöst. Vor allem der Wechsel zwischen Frost und hoher Temperatur wirkt fördernd. In die Felsspalten eindringendes Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus und führt zum Abplatzen von Gesteinsteilen (v.a. in Rinnen, Schluchten und Kaminen).
Muren sind wasserreiche Schutt- und Schlammströme, die rasch fließen und durch Starkregenfälle ausgelöst werden. Dabei gleitet von Wasser übersättigtes Gesteins- und Erdmaterial talwärts (meist entlang von Bachbetten) und gefährdet Bergsteiger.

Schnee, Eis, Lawinen und Nässe

Schnee, Eis und Nässe erschweren auch unproblematische Touren. Abwechselndes Tauen und Wiedergefrieren führen zu täglicher Neubildung der Glätte. Nordseitig lösen sich Schnee und Eis auch an kalten Tagen nur langsam auch bei positiver Temperatur.
Bei Lawinen spielt der Aufbau einer Schneedecke, die Abfolge und Stärke von Neuschneefällen und der Temperaturverlauf die entscheidende Rolle.
Auch Nässe birgt Gefahren. Auf nassem Untergrund, besonders auf feuchtem, bewachsenem Gestein ist die Rutschgefahr sehr hoch. Rutschgefahr besteht besonders in Steillagen beim Wechsel von Gras und Fels. Die Nässe hält sich am besten in schattigen und windgeschützten Lagen.

Quelle: Hofmann, G. Et al. (2006): Wetter und Orientierung. Alpin-Lehrplan, Bd. 6. München, 108-113.

 

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